3G Abschaltung3G Abschaltung

2G und 3G Abschaltung: Was bedeutet das für das IoT?

Die Abschaltung von 2G und 3G wird von Netzbetreibern weltweit vorangetrieben. Der Grund: Die Frequenzen werden für moderne Technologien wie 4G (LTE), 5G, LTE-M und NB-IoT benötigt. Wer IoT-Geräte einsetzt, die nur 2G oder 3G unterstützen, muss nun handeln, um die Verbindung nicht zu verlieren.

Die Abschaltung von 2G und 3G im schnellen Überblick

Warum wird das 2G und 3G Netz abgeschaltet?

Seit den 1990er-Jahren bildet das GSM-Netz (2G) die Grundlage mobiler Kommunikation, ab dem Jahr 2000 ergänzt durch UMTS (3G). Inzwischen hat sich die Technologie deutlich weiterentwickelt: 4G (LTE) ist Standard und auch 5G inzwischen weitestgehend ausgerollt. Ältere Generationen wie 2G und 3G gelten damit längst als Auslaufmodelle und werden von den Mobilfunknetzbetreibern daher Schritt für Schritt abgeschaltet.

Ziel ist ein effizienterer Einsatz der verfügbaren Frequenzen: Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom nutzen die frei werdenden Bereiche – etwa um 900 MHz – gezielt für den weiteren Ausbau von 4G und 5G, insbesondere in ländlichen Regionen. So entsteht Platz für moderne Anwendungen, höhere Bandbreiten und eine zukunftssichere Netzabdeckung.

2G und 3G Abschaltung in Deutschland

Wann wird 2G in Deutschland abgeschaltet?

Wann wird 3G in Deutschland abgeschaltet?

In Deutschland haben im Jahr 2021 bereits alle Mobilfunkbetreiber (Deutsche Telekom, Vodafone und O2) die 3G Abschaltung umgesetzt. Seitdem ist der Zugang über UMTS nicht mehr möglich. Geräte, die ausschließlich 3G unterstützen, haben ohne Hardware-Anpassung seitdem keine Verbindung mehr.

Deutsche Telekom
Vodafone
Telefonica O2
Geplante 2G-Abschaltung

30. Juni 2028

30. September 2028 für Sprachverbindungen,
31. Januar 2031 für alle Dienste (auch IoT)

zweite Jahreshälfte 2028

3G-Abschaltung

vollständig abgeschaltet (30.06.2021)

vollständig abgeschaltet (30.06.2021)

vollständig abgeschaltet (21.12.2021)

Italien: 3G-Abschaltung bis Ende 2025, Zukunft von 2G unklar

Wann werden 2G und 3G in Italien abgeschaltet?

In Italien ist die 3G-Abschaltung bereits weit fortgeschritten:

  • TIM hat sein 3G-Netz am 15. Oktober 2022 abgeschaltet, Vodafone bereits zum 28. Februar 2021. 
  • Der Anbieter WindTre hat seinen 3G-Dienst zum 31. Dezember 2025 eingestellt.
  • Für das 2G-Netz hingegen gibt es bislang keine offiziellen, landesweit verbindlichen Abschalttermine. Vereinzelt ist von Ende 2029 die Rede, da Geräte die Smart Meter erst auf andere Technologien umgestellt werden müssen.

Viele Betreiber halten GSM weiterhin aktiv, vor allem in ländlichen Regionen, wo IoT-Geräte oft noch auf 2G basieren. Unternehmen mit bestehenden Geräten sollten die Netzentwicklung aufmerksam verfolgen und ihre Hardware mittelfristig auf 4G-, 5G- oder LPWAN-Technologien umstellen, um Konnektivitätsverluste zu vermeiden.

Frankreich: 2G/3G Abschaltung geplant von 2025 - 2029

Wann werden 2G und 3G in Frankreich abgeschaltet?

Anders als in Deutschland planen französische Netzbetreiber das 2G-Netz vor dem 3G-Netz abzuschalten und haben bereits konkrete Zeitpläne für die Abschaltung von 2G und 3G kommuniziert:

  • Orange hat damit begonnen 2G abzuschalten und will dies bis Ende 2026 vollständig zurückgebaut haben. 3G-Dienste werden voraussichtlich bis Ende 2028 eingestellt. Die Abschaltung beider Dienste erfolgt dabei nicht auf einmal, sondern phasenweise und unterteilt nach verschiedenen Regionen.
  • Auch SFR und Bouygues Telecom planen, ihre GSM-Netze bis Ende 2026 zu deaktivieren, während deren UMTS-Netze bis 2028 bzw. 2029 abgeschaltet werden sollen. 
  • Für den Anbieter Free Mobile, der die Infrastruktur von Orange mit nutzte, endete die Netzroaming-Vereinbarung für 2G/3G Ende 2025.

Bouygues
SFR
Orange
Geplante 2G-Abschaltung

Ende 2026

Ende 2026

Ende 2026

Geplante 3G-Abschaltung

Ende 2029

Ende 2028

Ende 2028


Spanien: 2G und 3G Abschaltung bis 2027

Wann werden 2G und 3G in Spanien abgeschaltet?

In Spanien setzen die Netzbetreiber darauf, zuerst das 3G-Netz abzuschalten, während 2G noch länger erhalten bleibt. Verschiedene Quellen sehen vor, den 3G-Dienst bis 2027 schrittweise einzustellen.

  • Orange España hat 3G bereits abgeschaltet, 2G wird es bis Ende 2026.
  • Movistar (Telefónica) peilt einen vollständigen Abschaltzeitraum für 2G und 3G zwischen 2026 und 2027 an. 2G bleibt als IoT-Sicherheitsanker noch bis 2027 aktiv.
  • Vodafone Spanien hat den 3G-Abbau in Spanien bereits durchgezogen und stärkt VoLTE-Lösungen. Die 2G-Abschaltung ist für Ende 2026 / Anfang 2027 geplant.

Für IoT‑Lösungen in Spanien bedeutet das, dass Geräte, die ausschließlich 2G oder 3G nutzen, mittelfristig gefährdet sind. Eine Migration zu 4G, 5G oder LPWAN-Lösungen sollte gezielt geplant werden, insbesondere in kritischen Anwendungen und in Regionen mit schwacher Netzabdeckung.

2G und 3G Abschaltung weltweit

Die Abschaltung von 2G- und 3G-Netzen ist kein rein deutsches Thema, weltweit stellen Netzbetreiber auf moderne Technologien um. Dabei gehen sie unterschiedlich vor: Während in einigen Ländern zuerst das 3G-Netz vom Netz genommen wurde, steht in anderen Regionen die 2G-Abschaltung im Fokus. 

In der Schweiz haben Swisscom und Sunrise 2G und 3G bereits vollständig abgeschaltet und durch 4G und 5G migriert. Gleiches gilt für die USA. Dort wurde das 2G-Netz von AT&T bereits 2017 abgeschaltet, T-Mobile folgte Ende 2021. Beim 3G-Netz war die Reihenfolge umgekehrt: T-Mobile beendete den Dienst schon 2020, AT&T schaltete 3G im Jahr 2022 ab. Auch in anderen Ländern wie Australien oder den Niederlanden sind beide Technologien teilweise bereits vollständig abgeschaltet. Unternehmen mit international eingesetzten IoT-Geräten sollten ihre Hardware frühzeitig prüfen und gezielt auf 4G-, 5G- oder LPWAN-fähige Lösungen umstellen.  

Swisscom (Schweiz)
Sunrise (Schweiz)
AT&T (USA)
2G-Abschaltung

vollständig abgeschaltet

vollständig abgeschaltet

vollständig abgeschaltet

3G-Abschaltung

vollständig abgeschaltet

vollständig abgeschaltet

vollständig abgeschaltet

2G und 3G Abschaltung in Europa: Ein Überblick

Einige EU-Länder haben sich bereits konkret zu Abschaltterminen von 2G bzw. 3G geäußert, teils ist bereits eine Technologie vollständig rückgebaut. Dazu gehören beispielsweise:

Auswirkungen der 3G und 2G Abschaltung

Was bedeutet die Abschaltung von 2G und 3G?

Die Abschaltung von 2G und 3G hat direkte Auswirkungen auf die Konnektivität von IoT-Geräten: Ist das entsprechende Netz nicht mehr verfügbar, kann es auch nicht mehr genutzt werden. Endgeräte, die ausschließlich 2G oder 3G unterstützen, verlieren damit ihre Verbindung – dauerhaft. Das betrifft zum Beispiel ältere Alarmanlagen, Hausnotrufsysteme oder automatische Notrufe (eCall) im Fahrzeug. Ohne technische Umrüstung funktionieren diese Systeme im Ernstfall nicht mehr zuverlässig. Nur Geräte, die 4G, 5G oder LPWAN-Standards unterstützen, bleiben nach der Abschaltung online und einsatzbereit.

Auswirkungen der 2G-Abschaltung für Notrufdienste
In Deutschland wird 2G häufig für Notrufanwendungen wie in Aufzugnotrufe oder Hausnotrufsysteme genutzt. Vor der Abschaltung von 2G muss sichergestellt werden, dass diese Dienste auch über neuere Technologien wie Voice over LTE (VoLTE) zuverlässig funktionieren. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und der Hauptgrund, warum 2G im Gegensatz zu 3G noch nicht vollständig abgeschaltet wurde.

Was gilt es wegen der 2G und 3G Abschaltung zu tun?

Die Abschaltung betrifft in erster Linie nicht die SIM-Karte, sondern das Endgerät. Moderne M2M-SIM-Karten wie die von WhereverSIM unterstützen längst 4G, 5G und LPWAN-Standards. Entscheidend ist daher, ob das eingesetzte Gerät bzw, die Hardware ebenfalls in der Lage ist, diese Technologien zu nutzen.

Wer SIM-Karten in älteren Geräten nutzt, sollte prüfen, ob diese auch 4G oder 5G-fähig sind. Ist das nicht der Fall, gibt es je nach Gerät Nachrüstlösungen beispielsweise in Form eines Modem- oder Firmware-Upgrades. Ob ein Gerät kompatibel ist und welche Optionen zur Verfügung stehen, findest sich meist in der technischen Dokumentation oder direkt beim Produktsupport des Herstellers.

Wieso sind auch manche 4G Geräte von der Abschaltung betroffen?

Viele Unternehmen gehen davon aus, dass ihre Geräte automatisch zukunftssicher sind, sobald 4G unterstützt wird. In der Praxis ist das jedoch nicht immer der Fall. Gerade ältere LTE-Geräte nutzen 4G häufig nur für die Datenübertragung, während Sprachverbindungen oder Notruffunktionen weiterhin über das 2G-Netz abgewickelt werden.

Der Grund: Zahlreiche Geräte unterstützen kein Voice over LTE (VoLTE). In solchen Fällen erfolgt für Sprachdienste ein sogenannter Fallback ins 2G-Netz. Wird 2G abgeschaltet, funktionieren Sprach- und Notruffunktionen unter Umständen nicht mehr zuverlässig, obwohl das Gerät grundsätzlich LTE-fähig ist.

Davon betroffen sein können unter anderem:
- Aufzugnotrufsysteme
- Hausnotruf- und Alarmanlagen
- Fahrzeug-Telematik und eCall-Systeme
- industrielle Gateways mit Sprachfunktion sowie
- ältere LTE-Router und Kommunikationsmodule.

Gerade bei sicherheitskritischen Anwendungen sollte deshalb nicht nur geprüft werden, ob ein Gerät 4G unterstützt, sondern auch, ob VoLTE und moderne Netztechnologien vollständig unterstützt werden, oder ob hier noch ein 2G-Fallback greift.

Was bedeutet die Abschaltung von 2G und 3G für M2M-SIM-Karten von WhereverSIM?

Wenn unsere M2M-SIM-Karten in einem Geräten im Einsatz sind, muss SIM-seitig in Bezug auf die Abschaltung von 2G und 3G nichts unternommen werden: Unsere SIM-Karten unterstützen 4G- und 5G-Netze weltweit. Sobald ein Netz über Roaming verfügbar ist und zur gebuchten Tarifzone gehört, wird es automatisch genutzt – ganz ohne Anpassung auf Seite unserer Kunden.

Entscheidend ist jedoch, ob Endgeräte 4G oder 5G-fähig sind. Gerade bei älterer Hardware besteht die Gefahr, dass nur 2G oder 3G unterstützt werden. Da es keine Abwärtskompatibilität zwischen 4G-Netzen und reinen 2G-/3G-Geräten gibt, verlieren diese andernfalls die Verbindung und bleiben offline.

Unsicher, ob Geräte betroffen sind? Unser M2M-Expertenteam hilft gerne weiter – inklusive Empfehlungen zu passender Hardware über unser Partnernetzwerk.

Was kommt nach 2G? Die Rolle von 5G, LTE-M und NB-IoT

Mit der Abschaltung von 2G und 3G rücken moderne Mobilfunkstandards stärker in den Fokus. Technologien wie 5G, LTE-M und NB-IoT sind gezielt auf die Anforderungen von IoT-Anwendungen zugeschnitten.

5G für komplexe Echtzeitanwendungen
5G bietet extrem geringe Latenzen, hohe Datenraten und die Möglichkeit, Millionen von Geräten gleichzeitig zu vernetzen. Ideal für IoT-Szenarien mit hohem Datenaufkommen oder Echtzeitbedarf etwa in der Industrie, bei autonomen Fahrzeugen oder in der Verkehrssteuerung.

LTE-M für mobile, energieeffiziente Geräte
LTE-M ist eine stromsparende Mobilfunklösung mit hoher Reichweite – perfekt für vernetzte Zähler, Tracker und Wearables. Die Technologie unterstützt Mobilität, SIM-Roaming und ist durch geringe Betriebskosten besonders attraktiv für skalierbare IoT-Projekte.

NB-IoT für einfache Sensorik und schwierige Umgebungen
NB-IoT punktet mit extrem niedrigem Energieverbrauch und zuverlässiger Verbindung selbst in Gebäuden, Kellern oder abgelegenen Regionen. Damit eignet sich die Technologie besonders für stationäre Geräte wie Wasser-, Gas- oder Temperatursensoren mit geringer Datenrate.


Jetzt umrüsten, um verbunden zu bleiben

Die Abschaltung von 2G und 3G ist keine ferne Zukunft, sondern bereits Realität. Wer seine IoT-Geräte rechtzeitig auf moderne Mobilfunkstandards wie 4G, 5G, LTE-M oder NB-IoT vorbereitet, bleibt langfristig vernetzt und handlungsfähig. Unsere SIM-Karten unterstützen alle relevanten Technologien und unser Team unterstützt gerne bei der Umstellung. Damit Geräte auch morgen noch zuverlässig kommunizieren.

Sie haben Fragen zu unseren M2M- & IoT-SIM-Karten?

Schreiben Sie uns, oder rufen Sie uns an – unser Expertenteam freut sich auf Ihre Nachricht.

M2M-Expertenteam kontaktieren
Laura Gaber
Autorin:
Datum:
29.10.2024
Aktualisiert:
20.05.2026
Laura Gaber, M.Sc., ist Kommunikations- und Marketingexpertin mit Wurzeln in der Solarbranche und einem Faible für komplexe Technologien. Nach mehreren Jahren auf EU-Ebene im Bereich der Erneuerbaren Energien wechselte sie 2016 in die Welt der IoT-Kommunikation. Seither treibt sie Themen rund um Digitalisierung, M2M und vernetzte Energie mit strategischem Blick und klarer Sprache voran. Als überzeugte Anhängerin agiler Arbeitsweisen liebt sie Tempo, Technik und gute Geschichten.

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